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Regionale Cluster: Entwicklung und Organisation Höhr-Grenzhausen

  Gemeinnützige Hertie-Stiftung - Rheinland-Pfalz vom 02.-05.06.2008


Im internationalen Wettbewerb der globalisierten Wirtschaft gewinnt auch die Förderung regionaler Wirtschaftsstrukturen an Bedeutung. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Regionen ist die gezielte Förderung von ökonomischen Clustern eine gern gebrauchte Strategie, von der man sich auch weitergehende  Impulse  für Wachstum und Beschäftigung verspricht. Sie  ist andererseits eine Modeerscheinung, die es zu hinterfragen gilt. Nicht alle Cluster rechtfertigen die in sie gesetzten  Investitionen. Regionale Institutionen haben sich grundsätzliche Fragen zu stellen und ehrlich zu beantworten: Welche Voraussetzungen müssen bestehen, damit regionale Cluster nicht nur entstehen, sondern  auch  ihr Potential  verwirklichen  können? Welche Spielräume  und wie  viel Einfluss  hat  dabei  öffentliches Handeln?  Lassen  sich  Cluster  gezielt  oder  gar  neu  entwickeln?  Von  der  notwendigen  ‚kritischen  Masse’  eines Clusters  ist oft die Rede. Weniger gerne wird über den voraussichtlichen Grenznutzen der Förderung von Clustern gesprochen. Die maximale Wirkung von Clustern wird gerne überschätzt, die Dauer der Entwicklung eines Clusters oft unterschätzt. Wie ist eine ehrliche Stärken-Schwächen-Analyse anzugehen und wie wäre ggf. die schlechte Nachricht zu vertreten, dass ein Cluster möglicherweise keine langfristige Perspektive hat oder nicht die erhofften Auswirkungen? 

Die  ökonomische  Fachliteratur  benennt  als  Vorteile  von  Clustern  Synergieeffekte  durch  gemeinsame  Interessen, gesteigerte  Innovationspotentiale  und  Qualitätssicherung  sowie  zusätzliche  Möglichkeiten  von  Finanzierung  und Marketing. Kooperation  und Konkurrenz  auf  engem Raum werfen Chancen,  aber  auch Probleme  auf,  denen  sich Regionalentwicklung  stellen muss. Die Spezialisierung  von Clustern kann mittel- und  längerfristig auch eine Sackgasse sein. 

Das Fachtreffen von Partnerregionen der ‚Europäischen Akademie der Regionen’ möchte relevante Erfahrungen aus der unmittelbaren Praxis austauschen. Nicht eine Abfolge von Beispielen, sondern systematisch  formulierte Fragen sollen  das  Treffen  strukturieren.  Dabei  sollen  nicht  nur  ‚Prestige’-Cluster  von  Spitzentechnologie  und  innovativer Forschung  –  die  nur  an  wenigen  Standorten  überhaupt  in  Frage  kommen  –  betrachtet  werden.  Das  Fachtreffen möchte auch andere Möglichkeiten von Clustern und ergänzenden Maßnahmen für die regionale Entwicklung haben können.  Dabei  sollen  die  Anforderungen  für  die Organisation  und  Förderung  von  erfolgreichen  Clustern  auch  im Kontext regionalen Marketings und regionaler Identität verstanden werden. Erfolgreiche Regionen müssen nicht nur über die erforderliche Infrastruktur verfügen, sondern zugleich für Investoren und für Arbeitnehmer attraktiv sein. Als Standorte stehen Regionen zugleich in Konkurrenz. Erfolgreiche Wirtschaftsförderung verlangt ebenso wie erfolgreiches Unternehmertum Kreativität und Verständnis für unkonventionelle Ideen. Die Gegenüberstellung unterschiedlicher Probleme und Lösungen im Fachtreffen soll neue Ideen ebenso vermitteln wie ein Verständnis grundlegender Prinzipien sowie Ansatzpunkte für internationale Kooperationen ausloten.

Gastgeber:      Land Rheinland-Pfalz, Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Zeitraum:         2./3. – 6. Juni 2008
Tagungsort:    Höhr-Grenzhausen: Keramikmuseum Westerwald und CeraTechCenter Höhr-Grenzhausen
                         (Freie Unterkunft und Reisekostenzuschuss für Teilnehmer) 
Teilnehmer:    Experten, Wissenschaftler und Fachbeamte aus EAR-Regionen
Sprachen:       Deutsch/Polnisch/Tschechisch (mit Simultan- und Konsekutiv-Übersetzung)

Projektbroschüre Hertie-Stiftung: 080602_profil_ear.pdf
Die Hertie-Stiftung gehört mit jährlichen Fördermitteln in Höhe von 25 Mio Euro zu den größten deutschen Privatstiftungen. Vorsitzender unseres Kuratoriums ist der ehemalige deutsche Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog. Die Hertie-Stiftung ist politisch und wirtschaftlich unabhängig.

Klaus Lütkefedder v.l.n.r. Dr. Armin von Ungern-Sternberg,
Dr. Györgyi Nyikos
Jürgen Johannsen

Programmentwurf: 080604_programm.pdf


Die klassische Erwartung an erfolgreiche Cluster ist es, Marktnischen zu besetzen, einen Vorsprung an  Innovation zu verteidigen oder eine standortspezifische Kombination von Vorteilen zu bieten. Doch selbst bei günstigen Voraussetzungen stellt sich die Frage, wo Förderung von Clustern ansetzen sollte. Das gastgebende Land Rheinland-Pfalz ist keine klassische Hochtechnologieregion. Seine unterschiedlichen Cluster-Strategien im Technologiebereich sind daher ein besonders  interessanter Ausgangspunkt. Vertreter, die erfolgreiche Cluster  in Rheinland-Pfalz über Jahre hin aufgebaut und begleitet haben, werden verschiedene Konzepte, typische Schwierigkeiten sowie Erfahrungen mit regionalen Situationsanalysen und Entwicklungskonzepten vorstellen. Cluster sind häufig ein gerne kommuniziertes Prestigeprojekt. Aber  nicht  alle  Investitionen  rechnen  sich,  und  nicht  alle Maßnahmen  haben Erfolg. Mittel-  und  längerfristig haben alle Planungen auch den Wirtschaftszyklus von Clustern in Betracht zu ziehen.

080603_01_hiller_ear.pdf

Die Bedeutung von Clustern (& mehr) für die Stadt- und Regionalentwicklung


Prof. Jürgen H. Hiller - Leiter der Kommunalabteilung im Ministerium des Innern und für Sport, Mainz

Aufbau:
1. Von der Entwicklungsplanung über Clusterpolitiken zu räumlichen Umsetzungsstrategien
2. Clusterpolitiken – eine kurze Bestandsaufnahme
3. Die Bedeutung von Clustern für die regionale und städtische Entwicklung
4.  1. Fallbeispiel: Clusteransätze in der Westpfalzstrategie
      2. Fallbeispiel: Stadtumbau Pirmasens,  Ludwigshafen & Kaiserslautern
5. Das Umsetzungsmanagement für regionale oder städtische Strategien
6. Fazit
  080603_02_zeiser_ear.pdf

Cluster und Regionalentwicklung - Umfeld eines starken Partners


Wilhelm Zeiser - Bürgermeister Ludwigshafen und
Klaus Dillinger - Geschäftsführer Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft und TechnologieZentrum Ludwigshafen

Inhalt:
-
Der starke Partner der Stadt und der Region
- Die gemeinsamen Ursprünge der Partner
- Die Partner heute
- Die BASF SE 2008
- Die Bedeutung der BASF  für den Wirtschaftsstandort Ludwigshafen
- Die BASF – und sonst nichts ?
- Die Kernfragen
- IT-Forum Ludwigshafen Rhein-Neckar
- chem2biz Ludwigshafen
080603_03_langhagen_ear.pdf

Logistikcluster in Hessen - „Logistik Rhein-Main. Die Wissensinitiative.“


Dr. Christian Langhagen-Rohrbach - Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Wiesbaden

Gliederung:
- Logistik heute
- Logistik in Hessen
- Entwicklung des Logistikclusters
- Clustermanagement „Logistik Rhein-Main“
- Weitere Schritte
080603_04_joerg_ear.pdf

Commercial Vehicle Cluster – Nutzfahrzeug GmbH 

Dr. Barbara Jörg - Geschäftsführerin Commercial Vehicle Cluster - Nutzfahrzeug GmbH Kaiserslautern

Inhalt:
- Cluster
- Region
- Partner
- Ziele
- Leistungen
- Finanzierung 
- Kosten 
- Organisation
- Kontakt

Dauerhaft  erfolgreiche  Cluster  stehen  nicht  isoliert,  sondern  sind  eingebettet  in  größere  Entwicklungskonzepte  und tragen auch zur Ausformung einer  regionalen  Identität bei. Auch die Entscheidung einer Förderung bestimmter Branchen kann in diesen Zusammenhängen erfolgen. Wirtschaftliche Veränderungen in Branchen oder Märkten, ein Wegzug von Großunternehmen kann eine Region vor schwierige Herausforderungen stellen und gezielte Aktionspläne  für regionale Entwicklung und Wirtschaftsförderung nötig machen. Welche Konzepte sind für eine gute regionale Entwicklung vorzuziehen – eine gezielte Spezialisierung oder vielmehr eine Diversifizierung? Anhand weiterer konkreter Fallbeispiele  aus  verschiedener  Branchen  und  Regionen  sollen  besondere  Erfolge  aber  auch  typische  Probleme  bei 
Clusterentwicklung und regionaler Wertschöpfung diskutiert werden.

080604_01_vieregge_balve.pdf

Regionale Cluster: Entwicklung und Organisation
Von der Vision zur Organisation - Wie lässt sich Innovation organisieren?


Prof. Dr. Peter Vieregge, Institut für Regionalentwicklung und Clustermanagement   

Inhalt:
- Der Cluster als Organisation (Organismus)
     - Analyse
     - Darstellung
     - Clustereffekte
- Den Cluster organisieren
    - Ziele von Organisation
    - Was organisieren?
    - Organisationsprozess
080604_02_hofmann_jena.pdf

Regionale Cluster: Entwicklung und Organisation
Hier: Wie läßt sich Innovation organisieren?
Eigene Erfahrungen: Wie Innovationen organisiert wurden


Prof. Dr. Dietrich Hofmann - NEMO SpectroNet

Gliederung:
1. Grundsätzliche Zielstellungen
2. Selbstvorstellung
3. Grundsätzliche Erfahrungen
4. Fachliches Beispiel
5. Methodisches Beispiel
6. Soziales Beispiel
7. Zusammenfassung & Ausblick
080604_03_gerster_koblenz.pdf

TZK-TechnologieZentrum Koblenz GmbH als ein Kristallisationspunkt des IT- und Business-Park Universität Koblenz

Bernhard Gerster, Geschäftsführer des TZK

Inhalt:
- Gründung der TZK GmbH am 13.12.1990
- Inbetriebnahme erster Infrastrukturen am 01.12.1993
- Einzug in den Neubau am 14.04.2008
- Stammkapital 757 T€, Gesellschafter Land Rheinland-Pfalz (57%), Stadt Koblenz (33%) und WfG am Mittelrhein (10%)
- Aufsichtsrat: MWVLW, MdF, Stadt Koblenz, WfG am Mittelrhein
- Beirat mit 11 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kreditinstituten und Kammern der Region
- Bis heute 57 Firmen aufgenommen, davon 32 erfolgreiche Ausgründungen und 22 derzeit im TZK, davon 16 aus der IT bzw. 13 Absolventen Koblenzer Hochschulen
- Bis heute über 300 Arbeitsplätze in diesen 54 Unternehmen
080604_04_czielinski_koblenz.pdf

Koblenz als IT-Standort und der IT.Stadt Koblenz e.V. als Transmissionsriemen des IT- und Business-Park Universität Koblenz

Jürgen Czielinski, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Koblenz und Vorsitzender des IT.Stadt Koblenz e.V.

Inhalt:
- Vermittlung von Kundenkontakten
- Kooperation privater Unternehmen
- Umzug von IT-Unternehmen nach Koblenz
- Intensivierung Wissenschaftsaustausch Hochschule & Privatwirtschaft
- IT Fachmesse Loc@l bit seit 2006
- AFCEA Tagung seit 2004
- Zusage Multimedia Kongress des Landes Rheinland-Pfalz 2009 in Koblenz
- EU-Projekt „City on foot“ 2005-2007
- EU-Projekt „MEET“ beantragt  ab 2008
- Im Gespräch: IT-Lösungen Ticketing Bundesgartenschau 2011
- Im Gespräch: Fahrgastinformation

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für Cluster und Regionalentwicklung und ein wichtiges Argument für Investoren sind geeignete und gut qualifizierte Arbeitskräfte. Umgekehrt können Cluster auch selbst wesentliche Beiträge zur Aus- und Weiterbildung leisten und damit einen Standortvorteil langfristig sichern. Aber auch in einer günstigen Ausgangslage sind Personalentwicklung, Technologietransfer und Kooperationen innerhalb einer Region erst zu organisieren. Die  ‚Wissensregion’  und  ‚lernende’ Region  sind  derzeit  das  ambitionierte  Ziel  vieler  Initiativen. Das  Beispiel  vom Seminarort Höhr-Grenzhausen bietet eine geschlossene Kette aus Ausbildung und Forschung. Eine abschließende Exkursion bietet Gelegenheit Interessen und Erwartungen unterschiedlicher Akteure exemplarisch kennenzulernen.

080605_01_luetkefedder_ear.pdf

Innovationscluster Metall & Keramik

Klaus Lütkefedder - Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Mainz

Inhalt:
- Zielsetzungen der Wirtschaftspolitik
- Strukturwandel in der Wirtschaft
- Strukturwandel in der Keramik
- Bedeutung der Branchen Metall und Keramik
- Querschnittstechnologien für die Branchen Metall und Keramik
- F&E-Einrichtungen der Werkstoff-, Oberflächentechnik
- Unternehmensworkshops
- Strategische Handlungsfelder
080605_02_diedel_hoehr.pdf

Europäische Akademie der Regionen: Bildungs- und Forschungszentrum Keramik  (BFZK) Höhr-Grenzhausen

Dr. Ralf Diedel - Geschäftsführer des Forschungsinstitut für anorganische Werkstoffe – Glas/Keramik (FGK), Höhr-Grenzhausen 

Inhalt:
- Keramikstandort Höhr-Grenzhausen
- Westerwälder Produkte
- Keramische Kompetenzen im Westerwald
- Europäische Keramikzentren (Auswahl)
- Das BFZK
- Perspektiven für das BFZK und den Westerwald
- Innovationscluster Metall-Keramik
080605_04_missalla_hero.pdf

Mit heimischen Rohstoffen, Umwelt schützen, Arbeitsplätze schaffen und die (Energie-)Versorgung sichern. Biomasse in Hessen fördern.

Monika Missalla - Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V.

Ausblick:
- Leitbild formulieren
- Alleinstellungsmerkmale definieren
- Neue Projekte anschieben – HeRo Partnerschulen
- Weitere Finanzierungswege erschließen
- Meinungsführerschaft anstreben
- Unabhängigkeit wahren
- Öffentlichkeitsarbeit konkretisieren/intensivieren
- Vorbildfunktion leben/ausfüllen
- Beispiel geben – Pate für andere Initiativen
080605_05_kigyossy_ear.ppt

Regionalentwicklung und Forschung: Clusterbildung in Zentral-Transdanubien

Gábor KíGYÓSSY - Büroleiter Planungs-, Entwicklungs-, Innovations- und Projektbüro

Inhalt:
1. Die Region Zentral-Transdanubien
2. Clusterbildung in Zentral-Transdanubien
3. Existierende Cluster
4. F + E und Cluster in der Region
5. Aktuelles Clusterförderprogramm
6. Innovationscluster – das Wachstumspolkonzept
7. Fazit



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