41. Heidelberger Bildverarbeitungsforum Darmstadt

41. Heidelberger Bildverarbeitungsforum, 06.10.2009, Darmstadt
Die Inspektion von Oberflächen auf Defekte beziehungsweise die Charakterisierung auf eine Vielzahl physikalischer, chemischer, geometrischer und ästhetischer Parameter gehört zu den häufigsten Aufgaben der industriellen Bildverarbeitung. Bedingt durch das Zusammenwachsen der Photonik und Bildverarbeitung wurden in den letzten Jahren viele neue Verfahren zur bildgebenden Oberflächeninspektion entwickelt. Diese werden im 41. Heidelberger Bildverarbeitungsforum mit dem Schwerpunktthema Neue Methoden der Oberflächeninspektion vorgestellt. Gleichzeitig wird das Bildverarbeitungsform zukünftig öfter die Gelegenheit bieten, Forschungscluster im Rahmen der Exzellenzinitiative kennenzulernen, um Einblick in die aktuelle Spitzenforschung mit Bezug zur Bildverarbeitung zu gewähren und neue Kontakte zwischen Industrie und Forschung zu ermöglichen. Beim 41. Forum wird das Exzellenzcluster der TU Darmstadt „Smart Interfaces“ vorgestellt werden.

Der erste Vortrag beschäftigt sich einführend mit den physikalischen Prinzipien und den Entwicklungsperspektiven der bildgebenden Oberflächeninspektion im Zusammenspiel zwischen photonischen und bildanalytischen Methoden. Weitere Vorträge behandeln Fortschritte in photometrischen Verfahren, der Kombination von Deflektometrie und photometrischem Stereo und mehrkanalige Bildauswertung mit unterschiedlichen Beleuchtungen und Aufnahmeverfahren. Abgerundet wird das Themenspektrum mit der Präsentation eines neuen Verfahrens zur Messung von Oberflächentemperaturen mittels thermografischer Phosphore.

Neben den ausgedruckten Vorträgen wird eine DVD mit einer elektronischen Version der Vorträge ausgegeben, die auch die Unterlagen aller früheren Bildverarbeitungsforen enthält, was den Teilnehmern ideale Möglichkeiten zur Nacharbeit und weiterem Selbststudium ermöglicht. Die Mittags- und Kaffeepause bieten viel Gelegenheit zur Diskussion, zum Erfahrungsaustausch, dem Knüpfen neuer Kontakte und die Gelegenheit sich näher über die Forschungsarbeiten der lokalen Gastgeber im Exzellenzcluster „Smart Interfaces“ und dem Graduiertenkolleg „Optische Messtechniken für die Charakterisierung von Transportprozessen an Grenzflächen “ zu informieren.

Quelle: 091006_00_programm.pdf
 
Physikalische Prinzipien und aktuelle Forschungsrichtungen der bildgebenden Oberflächeninspektion - Prof. Dr. Bernd Jähne - Heidelberg Collaboratory for Image Processing, HCI, Universität Heidelberg 091006_01_jaehne_uni_heidelberg.pdf

Physikalische Prinzipien und aktuelle Forschungsrichtungen der bildgebenden Oberflächeninspektion

Prof. Dr. Bernd Jähne - Heidelberg Collaboratory for Image Processing, HCI, Universität Heidelberg

Inhalt:
Die technischen Oberflächen werden im komplexer und damit steigen die Anforderungen an die bildgebende visuelle Oberflächeninspektion. Die Eigenschaften von Oberflächen werden durch eine Vielzahl von Parametern bestimmt, darunter von der Oberflächenform, der Rauigkeit, der chemischen Zusammensetzung, Kontamination mit bestimmten Stoffen, Materialdefekte, geometrische Defekte (Risse, Kratzer, ...), Lichtstreuung, Temperatur, Wärmeleitung, Oberflächentexturen bzw. Abweichungen von vorgegebenen Texturen, bis hin zum ästhetischen Eindruck der Oberfläche. Je nach Anwendungsfall können völlig unterschiedliche Parameter von Interesse sein.
Photometrische Bildaufnahmeverfahren in der automatischen optischen Inspektion - Dr. Ralf Zink - Robert Bosch GmbH 091006_02_zink_bosch.pdf

Photometrische Bildaufnahmeverfahren in der automatischen optischen Inspektion

Dr. Ralf Zink - Robert Bosch GmbH

Inhalt:
In der automatischen optischen Inspektion von Oberflächen arbeitet man häufig mit den bekannten Beleuchtungsverfahren der Hellfeld-, Dunkelfeld- und diffusen Beleuchtung. Die Entscheidung für eine dieser Beleuchtungsarten oder gar für eine Kombination dieser Beleuchtungen erfolgt meist durch Experimentieren.
Eine Alternative zu diesen Beleuchtungen stellen die photometrischen Bildaufnahmeverfah-ren dar. Sie bieten einen viel analytischeren Zugang zur Bildinterpretation. So erlauben sie beispielsweise direkt Form- und Farbabweichungen zu unterscheiden.
Mehrkanalige Bildauswertung zur Oberflächenprüfung und zur Qualitätskontrolle transparenter Objekte - Dipl.-Ing. Günter Struck - Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB 091006_03_struck_fhg_iitb.pdf

Mehrkanalige Bildauswertung zur Oberflächenprüfung und zur Qualitätskontrolle transparenter Objekte

Dipl.-Ing. Günter Struck - Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB

Inhalt:
Für eine automatische Beurteilung der Oberflächenqualität von kontinuierlich erzeugten Produkten ist eine Messtechnik von Vorteil, die alle erforderlichen Informationen in einem Messvorgang liefert. Um aber bei farbigen und/oder texturierten Oberflächen auch 3DFehlstellen erkennen zu können, muss die Oberfläche unter verschiedenen Beobachtungsbedingungen analysiert werden. Am Fraunhofer-IITB wurde ein System entwickelt, dass diesen scheinbar widersprüchlichen Anforderungen in nur einem Gerät gerecht wird. Das Inspektionssystem basiert auf dem Verfahren der erweiterten fotometrischen Stereoauswertung. Durch eine passend ausgelegte Beleuchtung, in der farbige geblitzte LEDs eingesetzt werden, lassen sich im Zeitmultiplexverfahren verschiedene Bilder generieren, deren Pixel prinzipbedingt genau zueinander passen. Da außerdem die Bedingungen für Hell- und Dunkelfeldbeleuchtung gleichzeitig eingehalten werden, ist eine Bewertung von texturierten Oberflächen möglich, in der gleichzeitig Farbe, Glanz und 3D-Eigenschaften berücksichtigt werden. Mit Hilfe des Systems werden beschichtete Stahlbänder und Laminate für die Leiterplattenindustrie automatisch kontrolliert.
Ein erprobter generischer Ansatz für die Inspektion der physikalischen und der ästhetischen Qualität von Oberflächen in der Produktionslinie - Robert Massen - Baumer Inspection GmbH 091006_04_massen_baumer.pdf

Ein erprobter generischer Ansatz für die Inspektion der physikalischen und der ästhetischen Qualität von Oberflächen in der Produktionslinie

Robert Massen - Baumer Inspection GmbH

Inhalt:
Wir stellen unsere modularen und multi-sensoriellen Bildverarbeitungssysteme für die Inspektion in der Produktionslinie von ästhetischen Oberflächen wie Bodenbeläge, Möbelteile, dekorierte Paneele für Außen- und Innenwände usw. vor. Wir zeigen exemplarisch, wie unabhängig von den zahlreichen Konstruktionstypen, der großen Anzahl der eingesetzten Materialien und der Vielzahl von verwendeten Dekorationstechniken eine einheitliche Familie von Inspektionssystemen entwickelt wurde, welche in der Lage ist, die sehr anspruchsvollen Aufgaben der berührungslosen optischen Inspektion sowohl der physikalischen als auch der ästhetische Güte voll-automatisch zu lösen.
Messung von Oberflächentemperaturen mithilfe thermographischer Phosphore - Dr. Jan Brübach - Technische Universität Darmstadt 091006_05_bruebach_tu_darmstadt.pdf

Messung von Oberflächentemperaturen mithilfe thermographischer Phosphore

Dr. Jan Brübach - Technische Universität Darmstadt

Inhalt:
Thermographische Phosphore sind mit seltenen Erden oder Übergangsmetallen dotierte keramische Materialien, deren Lumineszenzeigenschaften temperaturabhängig sind. Zur Temperaturbestimmung muss der meist pulverförmige Phosphor als dünner Film auf die relevanten Stellen der Oberfläche aufgebracht werden und zur Anregung und Detektion optisch zugänglich bleiben. Unter der Annahme, dass sich der Phosphor im thermischen Gleichgewicht mit der Bauteiloberfläche befindet, können über die optischen Eigenschaften des Materials Rückschlüsse auf dessen Temperatur und damit auch auf die Temperatur des Messobjektes selbst gezogen werden. Die Übertragung der Lumineszenz zum Detektor kann bei optisch zugänglichen Systemen über Linsensysteme erfolgen, bei schlecht oder nicht zugänglichen Systemen können Lichtleitfasern eingesetzt werden.

Die Volltexte der Vorträge erhalten Sie auf Anfrage von

Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. Bernd Jähne
Heidelberg Collaboratory for Image Processing (HCI)
am Interdisziplinären Zentrum für
Wissenschaftliches Rechnen (IWR)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Speyerer Straße 4-6
69115 Heidelberg
Telefon: 06221 54 8827
Fax: 06221 54 8850
E-Mail: Bernd.Jaehne@iwr.uni.heidelberg.de
Internet: klimt.iwr.uni-heidelberg.de

sowie

Information
AEON Verlag & Studio
Alter Rückinger Weg 31
63452 Hanau
Telefon: 06181 520 5610
Fax: 06181 520 51 90
E-Mail: info@bv-forum.de
Internet: www.bv-forum.de

Bildergalerie: