MEDICA & COMPAMED Düsseldorf

MEDICA & COMPAMED, 12.11.-14.11.2013, Düsseldorf
MEDICA & COMPAMED, 12.11.-14.11.2013, Düsseldorf

MEDICA & COMPAMED

Schlussbericht - MEDICA + COMPAMED 2013 im Gleichschritt mit dem Markt: Internationalität gewinnt noch weiter an Bedeutung

Neugestaltung des Kongressprogramms fand positive Resonanz

Länderübergreifend gute Geschäftskontakte werden für die Hersteller von Medizintechnik und Medizinprodukten immer wichtiger. Denn nur wer international gut aufgestellt ist, kann Schwächen einzelner Märkte kompensieren und langfristig vom global betrachtet wachsenden Markt profitieren. Das ist eine zentrale Botschaft, die sich nach den vier Veranstaltungstagen aus der weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2013 (20. – 23.11.2013) sowie der führenden Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizintechnischen Fertigung, der COMPAMED 2013 (20. – 22.11.2013) ziehen lässt. Mehr als die Hälfte der gut 132.000 Fachbesucher (Vorjahr: 130.600) waren internationale Besucher, die aus mehr als 120 Nationen anreisten. Sie informierten sich bei den 4.641 Ausstellern aus 66 Nationen über die gesamte Bandbreite an Neuheiten für eine gute und effiziente medizinische Versorgung – von Medizintechnik und Elektromedizin, Labortechnik, Physiotherapieprodukten und Orthopädietechnik bis hin zu Health IT.

„Gerade aus den für die Medizintechnik-Industrie besonders interessanten Schwellenländern wie etwa dem asiatischen Raum, aus Indien, aus Russland oder auch aus Südamerika und China beobachten wir in den letzten Jahren ein immer stärkeres Besucherinteresse“, sieht Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, die MEDICA mit ihrem konkurrenzlos hohen Internationalitätsgrad als führende Plattform für das weltweite „MedTech“-Business bestens positioniert. Seine Einschätzung entspricht der der führenden deutschen Industrieverbände SPECTARIS, ZVEI und BVMed, die in ihren aktuellen Marktaussichten zur MEDICA 2013 auf die Bedeutung des Exports verwiesen. Demnach erwirtschafte die Medizintechnik-Industrie hierzulande mittlerweile 68 Prozent ihres aktuellen Jahresumsatzes von knapp 23 Milliarden Euro über internationale Geschäfte. „Die Exportquote ist nicht nur hoch. Es ist auch fast ausschließlich das Auslandsgeschäft, von dem Wachstumsimpulse ausgehen. Der deutsche Markt ist dagegen hart umkämpft, nicht zuletzt von vielen internationalen Playern“, erklärt Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer von SPECTARIS.

Der Bundesverband Medizintechnologien (BVMed) sieht hierzulande auch einen immer stärkeren Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften. Diese Konzentration der Einkaufsmacht ist ein weiterer Markttrend, der sich in der MEDICA spiegelt. „Die Zahl der Klinikträger geht zurück. Damit bündelt sich die Nachfrage in immer größeren Versorgungsverbünden und Klinikkonzernen. Zur MEDICA kommen demnach Entscheidungsträger von besonderer Qualität“, betont Horst Giesen, Director MEDICA + COMPAMED der Messe Düsseldorf, die hohe Entscheidungskompetenz der MEDICA-Besucher. Mehr als 80 Prozent sind maßgeblich oder fachlich beratend an Einkaufsentscheidungen beteiligt.

Praktikables für alle – Spezialwissen für die Fachszenen

Um der in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegenen Zahl der internationalen Besucher nicht nur mit dem Fachmesse-, sondern auch dem Tagungsangebot gerecht zu werden, wurde das bisherige Kongressprogramm zur MEDICA 2013 komplett überarbeitet. Die neu konzipierte MEDICA EDUCATION CONFERENCE fand an allen Veranstaltungstagen eine gute Teilnehmerresonanz. Kurse für die ärztliche Fortbildung zu allgemeinmedizinischen Themen oder auch Praxiskurse am Gerät waren mit nationaler und europäischer CME-Zertifizierung als unverzichtbare Basis ebenso Konferenzbestandteil wie wissenschaftlich anspruchsvolle und mit hochkarätigen Rednern besetzte Seminare zu Fokusthemen. Diese Vorträge waren bilingual (deutsch-englisch) ausgelegt und vermittelten aktuelle Aspekte zu Gendermedizin, Infektiologie, Hygiene und personalisierte Medizin, hier u. a. mit Prof. Sir John Burn (Newcastle University), einem der international anerkanntesten Experten auf dem Gebiet der Humangenetik.

Ab 2014 wird – wie seit Längerem geplant – die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), mit mehr als 22.000 Mitgliedern eine der größten medizinischen Fachgesellschaften Europas, Partner für die inhaltliche Durchführung der MEDICA EDUCATION CONFERENCE. Kongresspräsident Professor Dr. med. Hendrik Lehnert blickt bereits voraus: „Hochkarätige Referenten aus dem In- und Ausland werden über international relevante Wissenschafts- und Technik-Innovationen informieren und die Konferenz so zum Impulsgeber für den Fortschritt in Klinik, Praxis und Industrie machen“.

Ebenfalls an internationales Publikum richteten sich in diesem Jahr, jeweils englischsprachig, die Katastrophen- und Wehrmedizinkonferenz DiMiMED sowie die MEDICA MEDICINE + SPORTS CONFERENCE für die speziellen Belange der Sportmedizin. Beide Konferenzen waren anlässlich ihrer Premieren top besucht und realisierten inhaltlich eine enge Verzahnung von medizinischer Wissensvermittlung einerseits und der Vorstellung relevanter Produktneuheiten (von MEDICA-Ausstellern) andererseits. Anzuführen sind etwa Applikationen zur körpernahen Erfassung von Vitaldaten, „Anti-Schwerkraft“-Laufbänder für schonendes Rehabilitationstraining oder auch, insbesondere für die Katastrophen- und Wehrmedizin interessant, mobile Systeme für die medizinische Bildgebung sowie Notfall-Equipment für die Erstversorgung am Einsatzort.

Krankenhaustag und European Hospital Conference

Die künftigen Herausforderungen der Krankenhauspolitik nahm unter dem Generalthema „Fair finanziert – Krankenhäuser brauchen Zukunft“ der 36. Deutsche Krankenhaustag in den Fokus. Neben der politischen Diskussion bildeten die Herausforderungen an das Pflegemanagement durch die alternde Bevölkerung, die Krankenhausplanung oder die ambulante spezialfachärztliche Versorgung weitere Schwerpunkte. Erfreulich war der Zuspruch der bereits zum zweiten Mal integrierten European Hospital Conference, bei der die internationalen Besucher u. a. die Umsetzung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung erörterten. Auf große Resonanz stieß ebenfalls die Informationsveranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems sowie zum neuen Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen. Krankenhaustag und European Hospital Conference zählten knapp 1.900 Teilnehmer.

IT-Markt wird aufgemischt – Premium auch für Einsteiger

Die von den MEDICA-Ausstellern präsentierten Neuheiten deuten eindeutig auf eine immer stärkere IT-Durchdringung des gesamten Gesundheitsbereichs (inklusive der Patienten) hin. Beispielhaft zu nennen sind zahlreiche Wireless-Lösungen für das Echtzeit-Monitoring von Patienten und kompakte Telemedizin-Applikationen für den Einsatz fernab von Arztpraxen und Kliniken. Die Palette an handlichen und leichtbedienbaren Geräten zur Messung verschiedenster Körperparameter wächst rasant. Die Datenauswertung übernehmen jeweils Smartphone oder Tablet-PC mittels entsprechender Health-Apps.

Wo allerdings immer mehr sensible Daten bewegt werden, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Datensicherheit. Passende Antworten gab in Halle 15 das MEDICA HEALTH IT FORUM. „Big Data“ war hier eines der brandaktuellen Diskussionsthemen. Dabei wurde klar: Zumindest in Bezug auf die Telematikinfrastruktur rund um die elektronische Gesundheitskarte (eGK) dürfen sich Ärzte und Patienten weitestgehend sicher fühlen. Denn diesbezüglich erfolgt die Speicherung der Patientendaten dort, wo dies bisher (in Form von Papierakten) jetzt schon der Fall ist – beim Arzt.

Für Aufsehen sorgte im Health-IT-Bereich die Präsentation eines neuartig ausgestalteten Krankenhausinformationssystems (KIS). Unter dem Label „United Web Solutions“ haben mehrere Anbieter von Spezialsoftware gemeinsam ein modernes, internetbasiertes und cloudfähiges System entwickelt. Lösungen wie die nun vorgestellte könnten geeignet sein, den speziell in Deutschland als „festgefahren“ beschriebenen KIS-Markt aufzubrechen.

Ebenfalls auffällig war bei der MEDICA 2013 die Vielzahl der Neuheiten für die medizinische Bildgebung, vorrangig im Bereich Ultraschall. Ob günstiges Einsteigergerät mit Premium-Funktionen der nächst höheren Klasse oder Highend-System für anspruchsvolle Anwendungen als Alternative zum CT- oder MRT-Screening – die Einkaufsentscheider können aus einem immer breiteren Gerätespektrum auswählen.

COMPAMED – Plattform der „Mini-Max-Möglichmacher“

In Verbindung mit der MEDICA fand die COMPAMED statt, internationale Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung. 681 Aussteller aus 37 Nationen bedeuteten einen neuen Top-Wert in der Veranstaltungshistorie. Sie präsentierten den fast 17.000 Besuchern eine Fülle an Technologie- und Service-Lösungen für den Einsatz in der „MedTech“-Industrie – von neuen Materialien, Komponenten, Vorprodukten, Verpackungen und Dienstleistungen bis hin zu komplexer Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie. Unverkennbarer Angebotstrend: Selbst in kleinste Bauteile lässt sich großer Fortschritt integrieren, beispielsweise in Form von Mikro-Komponenten und Modulen für Werkzeuge, wie diese in der minimalinvasiven Chirurgie genutzt werden.

Termin der nächsten MEDICA in Düsseldorf: 12. - 15.11.2014
Termin der nächsten COMPAMED in Düsseldorf: 12. – 14.11.2014

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Quelle: http://www.compamed.de

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